Das Familienbrett oder auch Systembrett, ist ein Holzbrett, auf dem kleine
Figuren und Symbole aufgestellt werden, um verschiedene Systeme oder auch
Prozesse darzustellen. Systembretter sind in ihrer Form und der Gestaltung der
Figuren unterschiedlich.
Das Familienbrett, das inhaltlich
auf der Skulpturarbeit aufbaut, wurde 1978 von Kurt Ludewig entworfen und wird
in der systemischen Therapie zur Darstellung von Familienstrukturen und Familienbeziehungen
eingesetzt.
Das Familienbrett ist eine einfache Intervention,
die zur Erforschung sozialer Systeme in Therapie, Beratung und Supervision angewendet
wird, wobei
nahezu alle Altersstufen mit dem Familienbrett arbeiten können. Verschiedene Figuren werden
stellvertretend aufgestellt.
Das Familienbrett dient als Instrument der
"Entwirrung" familiärer Gefüge. Es erleichtert dem Klienten familiäre
Muster sichtbar zu machen, indem es Strukturen und/oder Probleme aus neuen Blickwinkeln und Perspektiven
zeigt und schon allein dadurch Veränderungsprozesse ermöglichen kann.
Hilfreich ist,
dass der jeweilige Betrachter mittels Drehens des Brettes verschiedene mögliche
Blickwinkel einnehmen kann. Er kann neutraler Beobachter sein, kann in die
Rolle jeder dargestellten Person gehen und aus dessen Perspektive die Situation
und Dynamik betrachten. Mittels der verschiedenen Formen und Größen der Figuren
kann dargestellt werden:
-wie die einzelnen
Familienmitglieder innerhalb der Familie stehen und wie ihre Beziehungen
zueinander aussehen -wie groß der Abstand
zueinander ist (Nähe und Distanz) wer wohin blickt und wo
Ausgrenzungen sind -wie jedes Mitglied der
Familie seine Sichtweise auf die Situation darstellt und deutet -wie sich komplexe
Situationen von Beziehungen entwickeln und wie Veränderungen wirken
Durch die eigenommene Metaposition zum
Familiensystem können die betroffenen Personen oft neue Erkenntnisse gewinnen,
die ihnen aus der Innenperspektive nicht möglich wären.
Mit dem Familienbrett können nicht
nur Familiensysteme aufgestellt werden, sondern auch Probleme von Mitarbeiter,
Kollegen oder Teams.
Dieser Repräsentanteneffekt kann in den Aufstellungen nicht nur für Personen,
sondern z.B. auch für Krankheiten, Symptome, Ziele, Werte uä. aufgestellt
werden.
In der Aufstellung mit
dem Systembrett geht es um die Möglichkeit, Ideen und Gedanken zu einer
belastenden Situation nach Außen zu bringen. Durch diese Visualisierung nimmt
etwas nur Gedankliches Form an; es wird sichtbar und begreifbar. Sichtbares und
Begreifbares ist leichter veränderbar.