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Eine kurze Beschreibung zu BOF/KOF schrieb Bernd Reiners:

Kinderorientierte Familientherapie (KOF) – früher nach der schwedischen Bezeichnung Barnorienterad familjeterapi kurz BOF genannt – ist von dem norwegischen Psychologen Martin Soltvedt entwickelt worden. BOF führt die Kinderperspektive in die familientherapeutische Arbeit ein und ist geeignet für Familien mit Kindern im Spielalter, bis zu ca. 10 Jahren, die bei gewöhnlichen Familiengesprächen leicht „untergehen“. Der Fokus liegt auf der gemeinsamen Handlung (samhandling) in der Familie. Dazu treffen sich Eltern und Kind zum Spiel mit Holzfiguren im Sandkasten. Das BOF-Spiel spiegelt sowohl das Innenleben des Kindes wie die Beziehungsmuster der Familie. Das Spiel wird gefilmt und mit den Eltern diskutiert. Der BOF-Therapeut arbeitet gleichzeitig auf dem Spielniveau/Symbolniveau und auf dem Wirklichkeitsniveau. Ein Therapeut „geht“ mit seiner Alter-Ego-Puppe in das Spiel mit der Familie im Sandkasten und führt in das Spiel systemische und reflektierende Positionen ein. Idealerweise hat ein zweiter Therapeut die Hauptverantwortung für das Einhalten des Rahmens, das Filmen und im Gespräch nach dem Spiel. Im Gespräch wird der Fokus darauf gehalten, was im Spiel passiert und der Zusammenhang zwischen den familiären Mustern und dem Spiel wird herausgearbeitet. Das Ziel ist es, die optimalen Formen der gemeinsamen Handlung in jeder Familie zu finden, so dass die kindliche Entwicklung gefördert wird. BOF eignet sich sowohl als Behandlungs- als auch als Untersuchungsmethode. Auch in psychiatrischen und familienrechtlichen Fragestellungen wird es verwendet. Es führt Spielfreude und Kreativität in die Familienarbeit ein. In Schweden wird es in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, im Kinder- und Familien-Gesundheitswesen und in der Jugendhilfe eingesetzt.

BerndReiners, Dipl.-Psych., Paar-, Familien- und Lehrtherapeut für systemische Therapie(DGSF), Supervisor (DGSv), europäisches Zertifikat für Psychotherapie (ECP),lernte BOF 2004 in Schweden kennen, während er eine stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung leitete. Seit 2005 arbeitet er wieder in Deutschland im Kinderschutz-Zentrum Aachen und führt dort seitdem auch BOF durch.